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"YEAH, still alive" | Einzelausstellung mit Werken von Jennifer Skupin in der xhoch4 Galerie

»BANG, you‘re dead« war Titel einer Ausstellung, die 2009 in der maxalot gallery in Amsterdam mit Werken von Jennifer Skupin stattfand.

»YEAH, still alive« ist die Folgeausstellung betitelt, die am 12. März 2010 in der xhoch4 Galerie Ingolstadt eröffnet werden wird. Wir freuen uns sehr, die erste Ausstellung von Jennifer Skupin in Deutschland ausrichten zu dürfen, die über Werke aus der Amsterdamer Schau daran anknüpft und diese gemeinsam mit neuen Arbeiten präsentiert.

»TA-DAAH« Wer den Titel einer Ausstellung lautmalerisch gestaltet, tut das bewusst. Diese Form des Ausdrucks hat etwas kindliches, unbelastetes, direktes. Comic-Blasen oder die arglose Sprache beim Kinderspiel kann damit assoziiert werden. Und doch ist das, was dann in der Ausstellung zu sehen sein wird – bitterernst: Waffen, Bomben, Kriegsvokabular. Wie passend der Titel gewählt ist, beweist die Art der Darstellung: selten wurde Kampfmaschinerie so erschreckend ästhetisch, kind- und wohnzimmergerecht dargestellt. Form plays games with
function.

»FA DUM« Was in der xhoch4 Galerie ausgestellt wird, wirkt verspielt: wir begegnen einer Babyschaukel, Puzzles und Kinderspielzeug. Formschön aber mit Beigeschmack: die Babyschaukel hat die Gestalt einer Atombombe, die Puzzles sind in unterschiedlich farbiger Camouflage-Optik gehalten und das Kinderspielzeug aus Holz besteht aus Handgranate, Schlagring und Wurfstern.

»HUMPF« Niedliches Gewandt, herb-quälender Inhalt; kindgerechte Aufbereitung, ernsthafte Absicht: Friedensappelle und Versuche, Krieg und seine Faszination zu erklären. Was genau fasziniert uns an Konflikten und wie kann es sein, dass trotz Rausch ein Abstumpfen gegenüber der Kriegsberichterstattung auszumachen ist? Kann es vielleicht sogar sein, dass wir Leid und Zerstörung selbst erleben müsse, um zu begreifen? In der xhoch4 Galerie eröffnet die Laborsituation.

»THA-BUMP« Eine Kissenschlacht mit so mancher Wurfstern-Variante wird in Ingolstadt möglich sein. Völlig schmerzfrei, höchstens die Erkenntnis der Freude an der Schlacht wirkt verstörend. Ach – und woran liegt es eigentlich, dass wir die Camouflage in der Mode lieben und dann doch gegen Kriege protestieren? „YEAH, still alive“ fordert Antworten ein. Die Aspekte der einzelnen Werke sind dabei vielfältiger als „Krieg“ pauschal vermuten lässt. Aus Spiel wird Ernst. Aus Ernst wird Spiel. Aber der Kippschalter kann nicht selbst gesteuert werden. Fatal wird der Erkenntnisprozess, wenn mit den neuen Werken der „Alltag“ in die Schau Einzug hält. Dessen Banalitäten begegnen wir wahlweise mit Freude oder Aggression und erfassen den Alltag als Spiegel des Kriegs.

»YEP« Die Herangehensweise bei Jennifer Skupin ist immer konzeptionell. Das Projekt „we watch a tree grow“ beispielsweise zielte darauf ab, in Übertragungszeiten des Glasfaserkabels über die Webcam das Wachsen eines Baumes zu beobachten. Jennifer Skupins Kunst lebt neben den konzeptionellen Überlegungen von sehr gutem Design. Es verknüpft den Inhalt und das bestechend Funktionale mit dem Ästhetisch-Schönen. In dieser Verbindung entsteht der
Beigeschmack.

»SCHNAPP« Und da sitzen wir in der Erkenntnisfalle. Hinterfragen unsere Einstellung zu Konflikten, zu Toleranz und der eigenen Konsequenz. YEAH, still alive. Come to think of it.



»TCHACK« Kommando: Galerie. Wir laden herzlich vor und ein in die xhoch4 Galerie zur
Eröffnung der Ausstellung „YEAH, still alive“ mit Werken und in Anwesenheit von Jennifer Skupin.
Freitag, 12. März 2010, ab 19 Uhr, Kupferstraße 15, Ingolstadt.


xhoch4 Galerie
Kupferstraße 15
85049 Ingolstadt
Tel. 0841.931 86 67
www.xhoch4.de


YEAH, still alive
12.03 – 29.04.2010





www.jenniferskupin.com

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Eingetragen am 01.05.2010 15:42 Uhr von Clara Fischer
Kategorie: kultur | Tags: galerie, ausstellung