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Das Plakat als Bühne | Stückplakate am Theater Ingolstadt in der Saison 2009 / 10

Seit drei Spielzeiten werden die Stückplakate am Theater Ingolstadt vom Designbüro xhoch4 (München / Ingolstadt) gestaltet. Die Konzeption für die Plakate orientierte sich am jeweiligen Spielzeitmotto, das die graphische Ausrichtung inspirierte. Auf inszenierten Fotorealismus mit dominierendem Infokasten ("Emanzipation") folgte eine auf Icons und deren Versatzteile reduzierte Ausdrucksform ("Die Kunst zu leben. Das Leben eine Gebrauchsanweisung"). Das Spielzeitmotto "Demokratie" wurde mit handgemachten Collagen der xhoch4-Künstler bebildert - in der Anmutung frei künstlerisch und doch dem Stück untergeordnet, das sie illustrierten. Design im Dienste des Theaterstücks.

Was mit der ansatzweisen künstlerischen Emanzipation der zurückliegenden Spielzeit begonnen hat, wird 2009/10 konsequent weiter gedacht: Zu Stücken der Spielzeit "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" wird echte, quasi autonome Kunst gezeigt. Kunst, die schon existierte, bevor die Anfrage zur Theaterbebilderung eintraf, die eigenständig bleibt, sich nicht unterordnet und gerade deshalb einen Mehrwert generiert, der den zugeordneten Theaterstücken eine neue Bedeutungsebene hinzufügt. 

Die von xhoch4 kuratierten Künstler aus ganz Deutschland, Amsterdam und New York reichten ein Bild ihrer Wahl ein, ohne Stücktitel zu kennen. 
Die Auswahl dieser 22 Künstler erfolgte nach den Kriterien die xhoch4 auch bei seinen eigenen Galerieprojekten beherzt: jung und bestechend sollen ihre Werke sein und für eine spezielle, ganz eigene Richtung stehen. Außerdem wurde als Ziel angestrebt, mit der Gesamtheit der Plakate eine abwechslungsreiche und doch schlüssige Vielfalt auszustellen die einen Querschnitt an aktueller Kunst zeigt. Die Bandbreite reicht von Malerei und Collage über Fotografie und Videostill bis hin zu Rauminstallation und Skulptur.   
Unter den vertretenen Künstlern sind unter anderem: Mario Wagner (Illustrator, Köln), Gerald von Foris (Fotograf, München), Momo (Streetart Künstler, NYC), ECB (Hendrik Beikirch, Künstler, Karlsruhe) und die acht von xhoch4 vertretenen Künstler (Tom Prochnow, Ben Wittner, SatOne, Bartholomäus Durynek, René Arbeithuber, Boris Schmelter, Daniel Firlus und Christian Bolza).

Bei den Plakaten der Saison 2009/10 steht eines im Vordergrund: Neugierde wecken, Spannung erzeugen und eine einmalige, direkte Verbindung von Theater und Kunst schaffen. Das Stück soll nicht nacherzählt werden, sondern es wird Lust gemacht die Inszenierung zu besuchen. Der Stücktitel geht jeweils eine einmalige Verbindung mit dem Bild ein, die beim Betrachter ganz unterschiedliche Eindrücke zulässt. Die hängen unter anderem davon ab, ob die Person das Stück selbst oder den Stücktitel kennt oder / und auch das Motiv versteht, erkennt und zuordnen kann. Diverse Deutungen entstehen beim Betrachter, die sich nach dem Besuch der Vorstellung wieder neu definieren können. 
Die Zuordnung "Titel <-> Motiv" folgte diesem Prinzip, die jeweilige Kombination erhielt einen möglichst hohen Reiz- oder Spannungsfaktor.

Das Projekt das ab September im Stadtbild Ingolstadt zu sehen sein wird, soll durch eine Ausstellung mit den Orginalwerken im Frühjahr/Sommer 2010 abgeschlossen werden.


Das Theaterplakat als Bühne für die Kunst. Die Kunst als Bühne für das Theater.


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Am 26./27. September 2009 schrieb Anja Witzke im DONAUKURIER über das neue Plakatkonzept: "Ausweitung der Kunstzone".

www.theater.ingolstadt.de

Das Plakat als Bühne | Stückplakate am Theater Ingolstadt in der Saison 2009 / 10Das Plakat als Bühne | Stückplakate am Theater Ingolstadt in der Saison 2009 / 10

Eingetragen am 29.07.2009 00:00 Uhr von xhoch4
Kategorie: design | Tags: theater ingolstadt, plakate, kunst